"Kulturen des Wir" – das Leitthema des ifa im Jahr 2017

Mit Kulturen des Wir“ greift das ifa (Institut für Auslandsbeziehungen) in seinem Jubiläumsjahr zentrale Fragestellungen von Gemeinschaft, Vielfalt und Frieden auf und thematisiert damit drängende Zukunftsfragen.

Das Wir“ verändert sich permanent

Das Wir“ begegnet uns in unterschiedlichen Formen – als Familienmitglied, in einem Team, einer Religionsgemeinschaft oder einer Nation – bis hin zu transnationalen Gemeinschaften. So ist man immer Angehöriger mehrerer Wir“. Das Wir“ ist niemals homogen und statisch, sondern permanent Veränderungen unterworfen. Die Frage, wer Teil des Wir“ ist, gehört heute zu den viel und kontrovers diskutierten Themen, beispielsweise wenn es um die Einwanderungsgesellschaft geht. Durch Globalisierung und Digitalisierung entstehen zudem neue Dynamiken von sowohl längerfristigen als auch spontanen Gruppenbildungen. 

Transnationale Aufgaben erfordern neue Wir“-Konstellationen

Mit den Kulturen des Wir“ spannt das in Stuttgart ansässige ifa (Institut für Auslandsbeziehungen) den Bogen noch weiter. Die ökologischen, ökonomischen und sozialen Risiken des globalen Zusammenlebens können nur in von einer globalen Gemeinschaft‘ bewältigt, nur in multilateralen Kooperationen begegnet werden“, sagt Ronald Grätz, Generalsekretär des ifa.
Die transnationalen Herausforderungen fallen in eine Zeit, in der Europa und weltweit Nationalismen sowie autoritäre Haltungen zunehmen. Das ifa ist aber überzeugt, dass Gesellschaften für die zentralen Zukunftsaufgaben internationalen Austausch, Dialoge und Diskurse benötigen, um Vielfalt sichtbar zu machen und neue Gemeinschafts-Konstellationen entstehen zu lassen. Denn längst ist klar, dass globalen Bedrohungen wie Konflikte, Fluchtbewegungen oder Klimawandel nur als Gemeinschaft und nur mit multilateralen Kooperationen begegnet werden kann. 

Neue Perspektiven durch Kulturaustausch

Vor diesem Hintergrund fragt das ifa mit dem Schwerpunktthema Kulturen des Wir“ nach Vorstellungen und Aushandlungspraktiken von Gemeinschaftsbildungen und wie diese mit kulturellen Mitteln auf den Weg gebracht werden können. Welche Wir“-Verständnisse brauchen wir zur Bewältigung globaler Zukunftsaufgaben? Wie bilden sich diese? Und welche Konsequenzen verlangen sie im Hinblick auf Verteilung, Gerechtigkeit und Beteiligung? Mit Kulturen des Wir“ sollen verschiedene Konzepte der Gemeinschaft ermittelt und ihre Potenziale und Fallstricke geprüft werden. Ein besonderes Augenmerk liegt dabei auf den außereuropäischen Gemeinschaftsmodellen. Damit will das ifa nicht nur das Verständnis für andere Narrative fördern, sondern ermöglichen, aus diesen Begegnungen über alternative Wir“-Formationen zu lernen. 

Fundament der Demokratie

Unbestreitbar ist, dass ein plurales, kompromiss-, dialog- und vor allem handlungsfähiges Wir‘ zu den wichtigsten Fundamenten einer Demokratie zählt. Doch muss dieses Wir‘ unter den aktuellen politischen Begebenheiten und vor dem Hintergrund einer globalisierten Welt neu gedacht und vor allem gefördert werden“, erklärt Grätz weiter. Dabei gilt es, verschiedene Konzepte, aber auch Interessen, Probleme und Voraussetzungen zu berücksichtigen und in einen konstruktiven Dialog zu setzen. 

Vielfältige Angebote im Themenjahr Kulturen des Wir“

Über das gesamte Jahr 2017 hindurch widmet sich das ifa mit zahlreichen Projekten, Veranstaltungen, Tagungen, Ausstellungen und Publikationen den Kulturen des Wir“. Im Online-Magazin finden sich dazu weitere Information. Ein Höhepunkt ist die für den 13. September 2017 in Berlin geplante Konferenz Kulturen des Wir“. 

100 Jahre ifa

Das ifa (Institut für Auslandsbeziehungen) feiert 2017 sein 100-jähriges Bestehen. Deutschlands älteste Mittlerorganisation für auswärtige Kulturbeziehungen wurde im Ersten Weltkrieg, am 10. Januar 1917, als Werk des Friedens inmitten des Kriegs“ gegründet. Nach einer intensiven Aufbauphase in der Weimarer Republik, der Zweckentfremdung und Gleichschaltung während des Nationalsozialismus und der Neugründung in der jungen Bundesrepublik versteht sich das ifa heute als ein Kompetenzzentrum für internationale Kulturbeziehungen und künstlerische Diskurse. Das ifa bietet umfangreiche Aktivitäten zu Kulturaustausch und ziviler Konfliktbearbeitung an. Grundlage dieser internationalen Ausrichtung ist ein weitreichendes Netzwerk von Partnern im In- und Ausland. 

Für weitere Informationen zum Programm des Themenjahres, Interviewanfragen und für weitere Materialien wenden Sie sich bitte an:
ifa (Institut für Auslandsbeziehungen)
Miriam Kahrmann
Tel. 0711.2225.105
1​0​0​@​ifa.​de
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